"Distanz ist der neue Luxus"

Interview mit Zukunftsforscher Andreas Reiter

WIR REISEN WIEDER!  Herr Reiter, wie wird das Corona-Virus das Reisen verändern?

 

ANDREAS REITER: Das hängt davon ab, wie lange es dauert, bis eine Impfung entwickelt wird. Klar ist: Sobald alle Gesundheitsthemen geklärt sind, kommt das Explorer-Gen des Menschen wieder voll zum Tragen.

 

Wo prognostizieren Sie die größten Veränderungen?

 

Viele Dinge, die vor der Krise absehbar waren, werden jetzt beschleunigt und nach der Pandemie auslaufen. Was überhaupt nicht mehr gehen wird, sind Kreuzfahrten, Dieser Markt wird komplett einbrechen. Vor allem die Mega-Kreuzfahrten mit fünf-, sechstausend Leuten an Bord wird es nicht mehr geben. Die Schiffe werden wieder kleiner werden. Andererseits wird es ökologischere Treibstoffe geben.

Auch die meisten Billigflieger werden wohl nicht überleben.  Damit verbunden wird es den massiven Städtetourismus nicht mehr geben. Europa-Trips werden auf High Speed Züge verlegt, der Städtetourismus wird qualitativ hochwertiger werden, auch teurer. Den Overtourismus wird es nicht mehr so stark geben.

Außerdem werden wir eine touchless Society, eine berührungslose Gesellschaft. In den kommenden Jahren wird das Meiste auf touchless umgestellt. Wir werden nicht mehr auf Knöpfe drücken müssen, damit sich eine U-Bahn-Türe öffnet.

Man fährt wieder verstärkt mit dem eigenen Auto auf Urlaub. Auch bei Wohnmobil, Caravan und privaten Apartments wird es einen Boom geben. Man steigt auf langsamere Verkehrsmittel um. Urlaub wie damals - sich mit weniger zufrieden geben, lautet die Devise.

  

Wird Reisen teurer?

 

 Ja, ich glaube, Urlaub wird wieder ein Luxus-Produkt, Fliegen wird teurer,  die Reisepreise insgesamt werden in den kommenden fünf, sechs Jahren deutlich anziehen.  Die Auflagen, die die Betriebe aufgrund der Pandemie erfüllen müssen, werden auf die Konsumenten umgeschlagen - von Plexiglas bis Desinfektionsmittel. Diese Auflagen werden die Märkte verändern.

 

Werden sich also viele ihren Urlaub nicht mehr leisten können?

 

Es wird schon auch Billig-Angebote am Mittelmeer geben.  Aber die Leute werden wieder mehr mit dem eigenen Auto unterwegs sein. Es wird ein Revival des Autourlaubs - mit einem Radius von 500, 600 Kilometern. Und es werden neue Ziele profitieren. Warum nicht Familienurlaub an einem Stausee in Tschechien?

 

Wie werden sich Luxusreisen verändern? 

 

In Ischia gibt es jetzt schon schwimmende Inseln vor der Küste. Der neue Luxus ist Distanz. Wer sich's leisten kann, urlaubt abseits der Masse. Luxus ist mehr Raum und mehr Zeit. Den Trend zu Privat-Pools gab es ja schon vor Corona.

 

Vielen Dank für das Gespräch.

 

Andreas Reiter, Zukunftsforscher

Andreas Reiter ist Zukunftsforscher, Referent und Key-Not-Speaker bei internationalen Kongressen sowie Lehrbeauftragter für Trend-Management an der Donau-Universität Krems und am MCI in Innsbruck.

 www.ztb-zukunft.com



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