Wie Sie mit Zivilcourage zum Schutzengel für Kinder werden

5 Gründe, warum Sie auf Reisen Ihre Aufmerksamkeit auf verdächtige Situationen zwischen Erwachsenen und Kindern lenken sollten.

Tabu-THema Sexuelle Ausbeutung

Millionen Kinder werden jährlich Schätzungen zufolge weltweit  sexuell ausgebeutet. Überall auf der Welt. Auch in Österreich. Und die bequemste Art mit diesem Tabu-Thema umzugehen ist: Wegschauen.

 

Wer wegsieht, unterstützt jedoch indirekt ein kriminelles Geschäftsmodell, das unfassbares Leid über Kinder und Familien bringt. Wir haben bei ECPAT Österreich nachgefragt und zeigen hier fünf Gründe auf, warum Sie Beobachtungen -  auch anonym - unbedingt melden sollten. Dafür steht die österreichische Online-Meldeplattform www.nicht-wegsehen.at zur Verfügung, die über jedes Smartphone abrufbar ist.

 

1. Sexuelle Ausbeutung ist kein Kavaliersdelikt.

Ausgebeutete Kinder sind nicht in der Lage, Missbrauch selbst zu melden - aus Angst vor Bestrafung, Misstrauen oder weil sie sich selbst nicht als Opfer sehen. Sexuelle Ausbeutung ist kein Kavaliersdelikt, sondern weltweit ein strafbares Verbrechen. Viele Menschen - hauptsächlich Männer, aber auch Frauen -  werden erst auf Reisen zu Tätern, weil sie sich fern der Heimat sicher fühlen.  „Sexuelle Ausbeutung von Kindern kommt nicht nur in fernen Ländern wie in Asien vor, sie findet leider auch in Österreich statt,” sagt Mag. Kerstin Dohnal von der Kinderschutzorganisation ECPAT Österreich. „In der Zeit des Corona-Shutdowns haben sich laut Europol weltweit die Zugriffe auf Missbrauchsdarstellungen im Internet allein in der EU um bis zu 30 Prozent erhöht! Das deutet darauf hin, dass Täter/innen trotz der Reisebeschränkungen aktiv geblieben sind. Sie wechseln einfach zwischen realer und virtueller Welt, um Kinder sexuell auszubeuten.”


2. Nicht wegschauen bei verdächtigen Situationen!

Die Kinderschutzorganisation ECPAT appelliert an verantwortungsbewusste Menschen, bei verdächtigen Situationen nicht wegzusehen, sondern die Beobachtungen zu melden - rasch und  unkompliziert bei der österreichischen Online-Meldeplattform www.nicht-wegsehen.at 

ECPAT steht für "End the Sexual Exploitation of Children" und ist ein internationales Netzwerk von Kinderschutzorganisationen zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung.

Im ECPAT-Video erfahren Sie typische verdächtige Situationen, die Hinweise auf sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen geben können: etwa wenn ein Erwachsener ein Kind unangemessen am Strand, am Pool, im Restaurant berührt oder mit einem Kind über sexuelle Erfahrungen spricht, einschlägige Fotos oder Videos mit Kindern zeigt. 

 

Wie reagieren Sie auf verdächtige Situationen?

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3.Zivilcourage rettet Kinder-Seelen.

Es braucht nicht viel, damit Sie einen wertvollen Beitrag leisten, um den Leid bringenden Kreislauf von sexueller Ausbeutung zu durchbrechen und betroffene Kinder aus ihrer Hölle holen zu können. Nur ein bisschen Beobachtungsgabe und Zivilcourage.

 

1. Notieren Sie so viele Details wie möglich über die Identität des Opfers und des Verdächtigen: Kleidung, Haarfarbe, Gewicht, Größe, Unterscheidungsmerkmale wie Tatoos, nach Möglichkeit Name und Alter, Sprachen und Akzente, Fahrzeug, Nummernschild.

 

2. Notieren Sie die genaue Uhrzeit und das Datum

3. Machen Sie Angaben zum Standort: Straßennamen, Name des Hotels, Restaurants etc.

4. Angaben zu anderen Zeugen oder Menschen, die Sie darüber informiert haben.

5. Geben Sie an, ob Sie sich um Ihre eigene Sicherheit sorgen.

 

Keine Sorge: Sie müssen und sollen nicht Sherlock Holmes oder Miss Marple spielen und selbst Ermittler werden. Jeder Hinweis bei verdächtigen Situationen kann helfen. „Die meisten der aufgeklärten und geahndeten Fälle bleiben aus Datenschutzgründen und um die Kinder zu schützen, anonym,” sagt Kerstin Dohnal von ECPAT Österreich.  „Ein veröffentlichter Fall aus den Niederlanden steht für unzählige Erfolgsnachrichten: 2019 wurde ein 70-jähriger Holländer am Schiphol Airport in Amsterdam verhaftet, nachdem eine anonyme Meldung erfolgt ist.” Der Mann war in Nepal aufgrund eines verdächtigen Verhaltens mit Kindern auf der Plattform gemeldet worden. Bei den Ermittlungen wurde schließlich in seiner Wohnung Material von Kindesmissbrauch sichergestellt.


4. Meldung hilft - rasch, einfach, sicher.

Wie dieser Fall aus den Niederlanden zeigt, können aufgrund von gemeldeten Beobachtungen Serientäter ausgeforscht und verhaftet werden. Hinter der österreichischen Meldeplattform www.nicht-wegsehen.at steht eine enge Kooperation mit österreichischen Behörden wie dem Bundeskriminalamt, das gegebenenfalls auch Europol bzw. Interpol einbezieht.

Wer bewusst reisen möchte, für den hat ECPAT Österreich noch einen Tipp parat: „Verantwortungsvolle Tourismusunternehmen unterstützen durch die Umsetzung des Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus und auf Reisen den Kampf gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern. Informieren Sie sich vor der Buchung Ihrer Reise, ob der betreffende Veranstalter oder das Hotel sich diesem Kodex verpflichtet fühlen und treffen Sie danach Ihre Entscheidung.” Zu den Maßnahmen der Reisebranche zählen zum Beispiel Schulung der Mitarbeiterin den Bereichen Kinderrechte, Prävention und Meldung von Verdachtsfällen, Ausschluss von Vertragspartnern (z. B. Hotels), die sexuelle Ausbeutung von Kindern dulden oder sogar fördern, Informationen an die Reisenden über Präventionsmaßnahmen.

The Code

 


5. Richtiges Handeln erzeugt ein gutes Gefühl.

Helene Karmasin Motivforscherin
Motivforscherin Dr. Helene Karmasin

Wenn Sie nicht wegsehen, sondern handeln, hilft das übrigens nicht nur Kindern in Bedrängnis, es ist auch für Ihr Wohlbefinden zuträglich, wie Motivforscherin Dr. Helene Karmasin im Interview mit WIRREISENWIEDER.at erläutert:  „Gerade wenn Kinder Opfer von Gewalt sind, erzeugt das in uns starke Emotionen, einerseits Zorn und Empörung über das Verhalten der Erwachsenen, andererseits starkes Mitleid mit den Kindern. Wenn wir auf diese Gefühle mit Handeln reagieren, werden wir mit dem guten Gefühl, richtig gehandelt zu haben und Mut gehabt zu haben, belohnt. Und wer von uns ist in seinem Herzen nicht gerne ein Kämpfer für eine bessere Welt?”


Info

ECPAT steht für "End the Sexual Exploitation of Children" und ist ein internationales Netzwerk von Kinderschutzorganisationen zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung mit der Zentrale in Bangkok. ECPAT Österreich ist seit 2003 die nationale Vertretung des Netzwerks für Österreich.

➜ ECPAT Österreich

Experten-Tipp

„Keine Angst vor falschen Anschuldigungen!”

Mag. Kerstin Dohnal, ECPAT Österreich: „Sexuelle Ausbeutung von Kindern findet im privaten Umfeld von Kindern statt, ist aber auch ein kriminelles Geschäftsmodell, das weltweit unfassbares Leid über Millionen von Kindern bringt. Schauen Sie nicht weg, sondern melden Sie Ihre Beobachtungen unkompliziert auf unserer österreichischen Website nicht-wegsehen.at. Ihre Hinweise werden von lokalen und internationalen Behörden sorgfältig geprüft. Haben Sie keine Angst vor falschen Anschuldigungen: Die professionellen Ermittler haben Erfahrung mit Verdachtsfällen und berücksichtigen auch unklare Situationen.”

ECPAT Österreich

➜ Nicht-wegsehen.at


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